Von Rittern und Seefahrern

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Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Winti » 15. Mai 2014 20:44

Ein letztes Mal blieb Terence stehen und blickte zurück. Vertraut lag der schmale Weg hinter ihm. Noch könnte er umkehren. Er könnte einfach kehrt machen, den Weg zurück laufen. Nach zwanzig Minuten Fußmarsch würde er auf das alte Holzhaus stoßen, in dem er aufgewachsen war. Nicht bei seinen Eltern, wie es üblich war, sondern bei einem Einsiedler. Boron, der sich für ein Leben im Wald weit abseits anderer Menschen entschieden hatte, hatte ihn einst als Säugling auf einer Lichtung gefunden. Anstatt das Kind den wilden Tieren zu überlassen, hatte er es in seine Hütte genommen und aufgezogen. Das war nun etliche Jahre her. Inzwischen war Terence dem Knabenalter entsprungen und auf dem Weg ein Mann zu werden. Doch gerade deshalb war es Zeit zu gehen. Zeit diesen Ort zu verlassen. Natürlich hatte er von Boron viel gelernt und war ihm für alles was er getan hatte dankbar. Aber je älter Terence wurde, desto mehr zog es ihn fort. Fort hinaus in eine Welt, von der er noch viel zu wenig gesehen hatte. Da draußen gab es Abenteuer und Leben. Er wollte nicht für den Rest seines Lebens kleine Tiere jagen, Gemüse anbauen, Pilze suchen. Nein, das wollte er nicht. Zwar war er nur hin und wieder mit Boron in die nächste größere Stadt gegangen um einige Utensilien zu kaufen und zu verkaufen, aber dort hatte er Dinge gesehen die ihn lockten. Dinge die Träume und Wünsche geweckt hatten. Der größte Traum des Burschen war es geworden, ein Ritter zu werden. Ein Ritter mit Schwert und Schild, wie er sie bei den Stadtbesuchen auf den Turnieren hatte beobachten dürfen. Stolze, prächtige Kämpfer. Was würde er darum geben, ebenfalls eines Tages eine schilernde Rüstung tragen zu dürfen und vom Volk bewundert zu werden! Ein Traum, der sich nur in der Fremde würde erfüllen können.
„Also los“ murmelte er zu sich selbst, schulterte seinen Bogen und setzte seinen Weg ins Unbekannte fort.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Sturmtänzer » 15. Mai 2014 21:06

Wellen, blaue Wellen, die unendliche Weite des Meeres und der Horizont. All dies kannte er von klein auf. Festen Boden kannte er kaum unter seinen Füßen. Sah fremde Städte, ferne Länder und doch gab es nie die Zeit jene zu erkunden. Darrian war durch und durch auf einem Schiff groß geworden. Und doch je älter er wurde, umso mehr sehnte er sich nach mehr. Nach Abenteuern, die er in den Tavernen der Häfen gehört hatte. So viel schien es im Landesinnere zu geben. Tiere, Pflanzen und viele Wesen von denen er nur gehört hatte. Über Wochen und Monate hatte er Bücher und Karten gesammelt, hatte sich mit diesen eingedeckt um zu studieren und zu lernen. Vielleicht hatte sein Captain irgendwann eine Aufgabe für ihn, die ihn für einige Wochen mehr ins Land führen würden. Dass alles anders kommen sollte wusste Liam damals noch nicht. Der Rotschopf wusste nicht welcher Sturm aufziehen würde, so lehnte er sich, über die hölzerne Reling, blickte voller Vorfreude und Sehnsucht auf die noch weit entfernte Landzunge, von der er kaum mehr sah als dunkle Schatten und Schemen, die wahrscheinlich eine Art Klippe bildeten. Noch nie waren sie in jenen Gewässern gewesen und wer wusste schon, was er zu sehen bekam. Der Ruf einer Möwe riss ihn aus den Gedanken, sah er auf in den Himmel, um kurz darauf herumzufahren, als er aufgeregtes Rufen hörte, Bewegung in die Mannschaft kam.
Zuletzt geändert von Sturmtänzer am 2. Jun 2014 09:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Winti » 18. Mai 2014 14:01

Ein Ritter in schillernder Rüstung? Ein bejubelter Kämpfer? Ein Held in der Schlacht? All dies wäre ein weiter, weiter Weg wie Terence feststellen musste. Nachdem er den Einsiedler verlassen hatte, war er zunächst etliche Wochen ziellos umhergezogen. In den großen Städten hatte er sich mit Begeisterung Turniere angesehen und danach die siegreichen Ritter aufgesucht, um bei ihn demütig zu erfragen, ob sie denn noch einen Knappen bräuchten. Leider blieben diese Versuche erfolglos. Entweder hatten die hohen Herren schon ihre Knappen oder empfanden ihn als ungeeignet. Immerhin war er ein Niemand ohne Namen und die meisten Ritter zogen als Knappen die Söhne Adliger oder zumindest wohlhabender Familien vor. Auch war er bereits 16 Jahre alt und damit schon zwei Jahre über das Alter hinaus, wo ein Bursche die Ausbildung normalerweise antrat. Er hatte keine Erfahrung. So zog der Braunhaarige eine ganze Weile umher, lebte von den Dingen die der Wald her gab und von kleinen Tagelöhner Arbeiten. Terence hatte sich bereits schon mit dem Gedanken auseinander gesetzt sich irgendwo eine Anstellung als einfacherer Knecht zu suchen, als das Schicksal es noch einmal anders mit ihm meinte.
In einer kleinen Hafenstadt veranstaltete der Lehnsherr Ritter Albin von Estenfeld, dessen kleine Burg auf einer Klippe direkt am Meer lag, einen Wettbewerb im Bogenschießen für das Volk. Jeder junge Mann hatte die Möglichkeit daran teilzunehmen und Terence wagte sein Glück. Tatsächlich waren seine Schießkünste gut genug um immerhin den zweiten Platz und den Preis von 3 Goldstücken zu erlangen. Das entscheidende war jedoch, dass ihn nach dem Wettbewerb der bereits ergraute Jäger des Burgherrn ansprach, ob er denn nicht bei ihm in die Lehre gehen wolle um irgendwann seinen Platz einzunehmen. Ein Angebot welches Terence sofort annahm. Natürlich war er noch immer kein Knappe und sein Wunsch ein Ritter zu werden lag weiterhin in der Ferne, doch das Angebot des alten Johann war trotzdem großes Glück. Er durfte von nun an in der Burg schlafen, erhielt täglich warme Mahlzeiten und konnte einer Arbeit nachgehen, die ihm Freude machte. Seit zwei Monaten lebte er bereits in der Burg und fühlte sich recht wohl.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Sturmtänzer » 21. Mai 2014 20:38

Das Land zu erkunden, sollte ein ferner Traum bleiben. Schnell musste er feststellen, dass er an den neuen Häfen es schwerer hatte Anschluss zu finden. Vielleicht weil er kein Mensch war und seine Art in diesen Landen fremdartig. So genau verstand er es nicht, denn immerhin war Darrian immer mit Fremden aufgewachsen, kannte die entferntesten Häfen und die exotischsten Wesen und er sehnte sich förmlich zurück an diese Orte. Wenn er schon nicht an Land reisen konnte, wollte er wenigstens in den Kneipen und Tavernen seinen Träumen nachgehen und den Geschichten jener Händler lauschen, die dort einkehrten, oder den der Karawanenwächter.
Und dann kam jener Tag. Er konnte es spüren, etwas lag in der Luft, die Küste war nur ein schmaler Streif in der Ferne, sah er die hohen Klippen und konnte auf diesen eine Burg erahnen. Doch viel beeindruckender, war der schwarze Horizont. Wie eine dunkle Drohung schoben sich die Wolken diesen entlang. Wellen kamen auf, brachen sich an dem Holz und bald schon schwankte die Welt. Wind und Regen, peitschte ihm ins Gesicht. Doch Darrian fürchtete dies alles nicht. Er war aufgewachsen in solcher Umgebung, bewegte sich sicherer als so manch anderer über die nassen Planken. So klein, so unendlich klein und unbedeutend schien alles im Angesicht des Sturms und er hätte nie das Gleichgewicht verloren, hätte sich nie von einer Welle davon werfen lassen. Doch er hörte ein Bersten, das Reißen eines Taus. Schreie, Rufe, als schon das Segel vom Wind herumgerissen wurde, das Holz des Unterlieks ihn traf. Wasser, so viel Wasser. Dunkle Tiefe, die ihn hinab zog. Er musste dagegen ankämpfen, musste schwimmen, musste nach oben, sobald er wusste wo oben war. So Dunkel,…
Das nächste was er spürte war der Eindruck von feuchten Sand, von Möwenschreien und Stimmen. Doch es waren nur kleine Momente, die verschwammen und hinfort gespült wurden. Hände, die ihn nach oben zerrten, Stimmen die etwas von Treibgut,…Pirat,..und Kreatur murmelten, die er nicht einordnen konnte und nicht wollte. Er hörte das Schleifen von Füßen über weichen Boden, vielleicht waren es seine eigenen. Sicher war er sich nicht, irgendwann spürte er, dass der Boden fester wurde, versuchte ein Blick vom Stein zu erhaschen, zu verstehen wo er war, doch es war sinnlos, da er schlicht das Bewusstsein verlor.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Winti » 28. Mai 2014 21:06

Obwohl Terence sich wohl fühlte, war das Leben in der Burg dennoch nicht ganz das was er sich einst vorgestellt hatte. Gewiss, er kam mit Johann gut aus und liebte es mit ihm in den Wald zu gehen und noch so manches von ihm über die Jagd zu lernen. Allerdings wäre es ihm lieber gewesen, dem Burgherrn als Knappe dienen zu dürfen und von ihm zu lernen. Doch als er einmal seinen Mut zusammen genommen und Ritter Albin gefragt hatte, ob dieser ihn nicht noch als zweiten Knappen zu seinem bisherigen in Ausbildung nehmen würde, hatte dieser ihn eher belächelt und abgewiesen. Er solle doch lieber bei der Jagd bleiben und dafür sorgen das regelmäßig ein vernünftiges Stück Fleisch auf den Tisch kam. Vom Burgherrn konnte er also auf keine Unterstützung hoffen. Wenigstens war der alte Johann zufrieden mit seinem Lehrling und lobte ihn oft für seinen Umgang mit dem Bogen und seinen Orientierungssinn im Wald. Und für noch etwas schien Terence eine Gabe zu haben: Er konnte sich ungewöhnlich leise im Wald bewegen und durch das Unterholz fast auf zwei Meter an ein grasendes Reh oder eine Bache heran schleichen. Nicht selten hatte Johann erwähnt, dass er noch niemandem begegnet war, dem etwas derartiges gelang. Vorerst gab sich der Braunhaarige mit seinem Leben also zufrieden. Immerhin wurde es auf der Burg selten eintönig. Mal kam ein fahrender Händler vorbei, mal empfing Ritter Albin höheren Besuch. Da sich Estenfeld nicht weit vom Meer entfernt befand, gingen am Hafen öfter kleinere und größere Schiffe vor Anker und es gab immer mal wieder etwas zu sehen. Auch heute wurden er und Johann nach ihrer Rückkehr aus dem Wald gleich von einer der Mägde mit den neusten Neuigkeiten begrüßt. Irgendein seltsam aussehender Fremder sei am Strand angespült worden. „… Noch ist er anscheinend ohnmächtig. Sir Albin hat ihn erst einmal in den Kerker werfen lassen“ schloss die Magd. „In den Kerker? Aber er hat doch nichts verbrochen?“ Die Magd zuckte mit den Schultern. „Es handelt sich um irgendein seltsames Wesen Terence, da weiß man nie! Unser Herr kann ihn schlecht einfach hier herum lassen!“ Die Magd warf ihm einen belehrenden Blick zu und verschwand. Der Knappe hingegen spürte förmlich wie die Neugierde in ihm wuchs. Wer der Fremde wohl war?
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Sturmtänzer » 2. Jun 2014 11:13

Warm. Es war das erste was er spürte. Die eisige Kälte des Meeres war verschwunden und er hörte leises Rascheln von Stroh unter sich. Er kannte diese Art von Bodenbelag aus billigeren Tavernen in den Häfen. Einen Moment lang war da der Gedanke er habe einfach zu viel getrunken. Zwar war es ihm nicht oft passiert, dass er seine Grenzen dermaßen überschritt, aber es war schon geschehen. Doch es wollte nicht alles mit solch einem Geschehen übereinkommen. Alles um ihn herum drehte sich, schwankte, als befände er sich auf stürmender See und dann kam die Kälte. Es war das nächste Gefühl, welches in seinen Leib kroch. Ohne dass er es wollte fing er an zu zittern. Die Decke auf seinem Körper konnte kaum Linderung schaffen. Er hörte Stimmen, sie schienen weit entfernt zu sein und seine Augen wollten sich einfach nicht öffnen lassen.
Dass die Stimmen näher waren, als er dachte, musste er bald feststellen, als er eine Hand auf seinem Arm spürte. Jemand half ihm auf und er spürte den tönernen Rand eines Bechers an seinen Lippen. Egal was es für ein Gebräu war, es war warm und endlich konnte er die Augen ein Stück öffnen. Tanzende Schatten zeichneten sich auf steinernen Gemäuer ab und er blinzelte einige Male um zu verstehen, dass er in irgend einer dunklen Zelle gelandet war. Er verstand nicht warum er hier war. Er hatte nichts getan. Sein Blick haftete sich auf den fremden Mann, musterte er diesen. Ein älteres Gesicht, dessen Augen weise und irgendwie freundlich wirkten. „Wo bin ich.“ Mühsam brachte er die Worte hervor. „Auf Burg Estenfeld.“ Estenfeld,…Estenfeld. Ja der Name sagte ihm etwas. Er hatte ihn in den letzten Tavernen aufgeschnappt. Also war er auf jener Burg gelandet, die er vom Schiff aus erblickt hatte. Nach und nach kehrten seine Kräfte teilweise zurück und er trank dankbar den Inhalt eines weiteren Bechers. Nun noch ein Becher voller Rum und er wäre bereit wieder auf eigenen Beinen zu stehen. „Und warum bin ich hier?“ Seine Hand deutete fahrig durch die karge Zelle. Er hatte Nichts getan, was dies rechtfertigte. „Unser Sir wird mit euch reden. Ihr seit etwas ungewöhnliches, was das Meer an den Strand spülte.“
Daher also wehte der Wind, er unterdrückte ein frustriertes Schnauben und biss die Zähne zusammen. Er wusste dass er auf manche Menschen irritierend wirkte. Feuerrotes Haar, Augen die der Meeresgrüne glichen und dann die wohl zwei für Menschen eigenartigsten Merkmale:. Ohren spitzzulaufend nach oben und zur Seite der Ohrmuschel. Ohren die unter Seefahrermythen angeblich denen des Neptuns glichen und dann waren dort noch die feinen Schwimmhäute zwischen seinen Fingern. All dies brachte ihm wohl unter diesen seltsamen Menschen nun den Platz in dieser schlechten Unterkunft ein. Wenigstens versorgte man ihn und sollte sich der Herr der Burg schließlich endlich die Zeit nehmen mit ihm zu reden, würde Darrian sicher diesen Unwissenden erklären können, dass er kein menschenfressendes Monster war, sondern nur ein Meerelf. Solang aber hieß es sich irgendwie geduldig zu sein, auch wenn es schwer war und abzuwarten was geschehen würde.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Winti » 2. Jun 2014 20:53

Schon immer war Terence von recht neugieriger Natur gewesen. Andernfalls hätte er wohl niemals den heimischen Wald und den Einsiedler verlassen und wäre hinaus in die Welt gezogen. So drängte es ihn einen Blick auf den Fremden werfen zu können. Es kostete ihn nicht viel Überredungskunst den Koch davon zu überzeugen sich den Weg hinab in die Kerkerzellen zu ersparen und stattdessen Terence mit der Aufgabe zu betrauen, dem Gefangenen das Essen zu bringen. Somit stieg der Bursche nun mit einer dampfenden Holzschale Eintopf die Treppen hinunter. Der Wachmann ließ ihn ungehindert passieren, war er ja immerhin kein Fremder auf der Burg. Das Gefängnis war nicht sonderlich groß. Es gab nur drei Kerkerzellen, von denen zwei leer waren. Estenfeld war nur eine kleine Hafenstadt. Wegelagerer und Taschendiebe wurden meist von den Soldaten aus der Stadt gejagt, kleine Verbrechen wurden mit Geldstrafen oder Peitschenhieben geahndet. Nur selten ließ der Lehnsherr jemanden für einige Tage einsperren. Meist dann wenn das Urteil noch nicht gefällt war oder die Person in ein großes Stadtgefängnis überführt werden sollte. Gespannt blieb Terence nun vor der dritten Zelle stehen und musterte deren Insassen. Tatsächlich war dieser von ungewöhnlicher Erscheinung. Interessiert betrachtete der Bursche die roten Haare und die spitzen Ohren. „Du siehst irgendwie…anders aus…“Ja, anders traf es wohl am besten. Weder empfand er den anderen als abstoßend oder als unbedingt gefährlich aussehend. Aber ein Mensch war er gewiss nicht. Der alte Boron hatte ihm einst erzählt, dass es südlich der Meere Länder gab in denen nicht nur Menschen sondern auch andere Wesen lebten. Einmal hatte Terence in Estenfeld einen Zwerg gesehen der mit seinem Handelsschiff am Hafen vor Anker gegangen war. Doch der Zwerg war ihm im Grunde einfach wie ein kleinerer Mensch erschienen. Der Rothaarige hingegen war etwas ganz anderes.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Sturmtänzer » 2. Jun 2014 22:16

Sich als geduldig zu erweisen, war einfacher gesagt als getan. Darrian kannte es nicht, Zeit mit schlichten Nichts zu verbringen. Da war selbst der Posten im Ausguck spannender gewesen, da ihm das ewig weite Meer als Abwechslung diente. An dunkle Wände zu starren, war kein Vergleich zu diesem und bald schon kannte er jeden Fleck und jede Fuge, wenigstens kam es ihm so vor. Da waren die Schritte, welche langsam näher kamen eine willkommene Abwechslung, vielleicht würde er auch endlich hier raus kommen. Er hatte zwar an Land gehen wollen, aber nicht so. Dass innere einer Burg zu sehen, war bisher sogar ein Wunsch gewesen, aber da war keine Zelle auf seiner Liste gestanden. Er musste hier raus, musste an den Hafen. Immerhin gab es die Hoffnung, dass man ihn suchen würde, so nah an der Küste war er von Bord gespült worden. Doch darüber konnte er sich später Gedanken machen, nun musterte er den Fremden, wie jener ihn musterte. Etwas irritierte ihn an diesen Mann, eine Art Geruch, der an ihm haftete, den er aber nicht sofort einordnen konnte. „Du siehst auch anders aus.“ Darrian schmunzelte leicht. „Jeder unterscheidet sich, nicht wahr? Alles andere wäre auch schlimm, wenn wir uns alle gleichen würden wie viele Sandkörner in einem Glas.“ Er sollte nicht zu viele Späße auf Kosten der Burgbewohner machen und so atmete er tief ein. „Du meinst wahrscheinlich, ich sehe nicht menschlich aus? Dann hast du recht.“ Bisher hatte er in die Decke gehüllt auf seinem Strohlager gesessen, nun aber richtete er sich noch etwas steifbeinig auf und trat bedacht langsam, immerhin wollte er den jungen Mann nicht erschrecken, näher. Sein Blick glitt zu der dampfenden Essensschale und jetzt erst spürte er wie hungrig er war. „ist das vielleicht Fischsuppe? Wobei es riecht nicht wie Fischsuppe.“ Ein enttäuschter Ausdruck huschte über sein Gesicht, bevor er sich wieder fasste und schließlich auf sich deutete. „Ich bin Darrian Sturmtänzer und wie heißt du?.“ Darrian nahm kein Blatt vor den Mund, war nicht zurück haltend, wieso auch? Wenn jemand wie er von Neugierde beseelt war und noch dazu von Hafenkneipe zu Hafenkneipe zog um Geschichten zu hören, lernte man dass falsche Scheu einfach hinderlich war.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Winti » 2. Jun 2014 23:52

Terence war zunächst verdutzt. Mit so einer neckischen Antwort hätte er nicht gerechnet. Unwillkürlich musste er dem Fremden jedoch zustimmen. Er hatte natürlich Recht: Sie alle unterschieden sich. Kein Mensch sah aus wie der andere. Nichtsdestotrotz bot sein Gegenüber natürlich eine außergewöhnliche Erscheinung. Er selbst hingegen empfand sein eigenes Äußeres als recht normal. Er hatte eine schlanke, aber auch muskulöse Statur und dunkelbraune Haare. Sein markantestes Merkmal waren höchstens seine Augen, die von ungewöhnlich klarer, stechend grüner Farbe waren. Sie mochten es leichter machen sich sein Gesicht zu merken, waren aber bei weitem nicht so auffällig um als unmenschlich zu gelten. „Mein Name ist Terence. Nur Terence.“ Einen Nachnamen besaß er als nicht. Immerhin war er seinen Eltern nie begegnet. Vielleicht würde er sich irgendwann einen zulegen. Spätestens als Ritter würde er einen brauchen. „Nein, das ist ein Eintopf aus Kartoffeln, Karotten und Kohl…Ich bin ehrlich gesagt froh wenn es mal keinen Fisch gibt. Den essen wir ansonsten ständig.“ Natürlich, Estenfeld lag am Meer, die meisten Menschen ernährten sich zum Großteil von Fisch. Ein Grund warum der Lehnsherr Wert auf einen guten Jäger legte. Andernfalls würde es schlicht an Abwechslung fehlen. „Sie sagten du wärst am Strand angespült worden…hast du Schiffbruch erlitten?“ fragte der Bursche, während er Darrian die Schale und einen Holzlöffel durch die Gitterstäbe reichte. Der andere musste gewiss hungrig sein.
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Re: Von Rittern und Seefahrern

Beitragvon Sturmtänzer » 3. Jun 2014 19:31

„Oh man kann nie genug von Fischsuppe bekommen, auch wenn ich hin und wieder auch die Speisen des Landes mag.“ Momentan war es ihm sogar egal was er zu essen bekam, höchstens es fühlte seinen Magen. So griff er doch recht gierig nach der dampfenden Schale, die seine noch kühlen Finger wärmte. Als er dabei die Finger des jungen Mannes streifte, zuckte er leicht zusammen, da ein seltsam vertrautes Kribbeln seine Haut streifte. Misstrauisch musterte er den anderen, bevor sein Hunger siegte und er auch nach dem Löffel griff. Hastig verschlang er die ersten Löffel, bevor er sich halbwegs an seine Manieren erinnerte und wieder zu dem anderen blickte. „Es war kein Schiffbruch. Eher ein Unfall. Nicht dass du denkst, ich würde einfach so von Bord springen, normalerweise bin ich mit den Planken wie verschmolzen, aber mich hat etwa erwischt,..“ er zögerte und hob langsam die Hand zu seiner Seite, tastete über diese und verzog das Gesicht. Er erinnerte sich nur schwach an das reißende Geräusch und den dumpfen Schmerz, brauchte einige Momente bis er wieder verstand was zu seinem unfreiwilligen Bad geführt hatte. „Ein Tau ist gerissen.“ Er murrte und schob sich einen weiteren Löffel in den Mund, wenn auch mit weniger Elan und schließlich reichte er die halb leer gegessene Schale zurück an Terence zurück. „Ich will nicht undankbar erscheinen,…aber ich,…ich muss an den Hafen. Vielleicht habe ich Glück und sie halten mich nicht für Tod, sie werden sicher am Hafen anlegen und dann muss ich dort sein.“
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